Neuer Artikel in der NFZ

Liebe Freunde

Vor ein paar Tagen ist in der Neuen Fricktaler Zeitung ein neuer Artikel über Youth for Hope veröffentlicht worden. Der Artikel dreht sich, wie könnte es anders sein, um die sehr anspruchsvolle Zeit in der langen Lockdown-Phase in Kenia. Ein grosses Danke an Hans Zemp für die Verfassung des Artikels! Wir wünschen euch viel Spass beim Lesen:

Corona-Pandemie hält «Youth for Hope» in Atem

Der Verein «Youth for Hope» ist in Zeiningen beheimatet und führt in Ngong, westlich von Nairobi, ein Kinderheim mit ungefähr 40 Kindern. Barbara König-Haas, die Leiterin des Heims, schaut auf eine schwierige Zeit zurück. Covid-19 hat vieles verändert.

Am vergangenen 23. Juli erhielt die Leiterin des Kinderheims «Youth for Hope», Barbara König-Haas, in Ngong die Chance, wieder in die Schweiz zu kommen. Ein Repatriierungsf lug machte dies möglich. Seit dem Ausbruch des Coronavirus in Kenia im März waren viele Vorkehrungen zu treffen, um Covid-19 den Einzug ins Heim zu verwehren. Bis heute ist dies gelungen. Barbara König meint, ihre Arbeit vor Ort sei ihr nur wegen der wirklich grossen Toleranz ihres Arbeitgebers möglich gewesen.

Vater, Onkel und Schwester kehrten mit der letzten, den ordentlichen Kurs noch fliegenden, Swiss-Maschine im März heim. Barbara König blieb. Bereits wurden dann auch in Kenia erste Sicherheitsbestimmungen wegen der Krankheit erlassen. Die Einführung des Fernunterrichts war anfänglich recht chaotisch. «Wir hatten ein totales Chaos.» Niemand wusste, wie es weitergeht. So brachte die Heimleiterin Strukturen in den Tagesablauf. Erschwerend kam noch der Todesfall von Diana, eines seit langen Jahren kranken Mädchens, dazu. Für alle Bewohnerinnen und Bewohner war dieser Vorfall schwer zu verdauen. Man liebte das aufgestellte Mädchen. «Nach anfänglichem Hickhack begann das Ganze zu laufen», meint Barbara König. Für die unteren Klassen war es sehr anspruchsvoll, die Kinder in die neue Situation einzuführen. Ständig kamen Fragen zu allen Tagessituationen. Die Kinder gewöhnten sich aber recht rasch an das Lernen daheim. Barbara König und die älteren Mädchen wurden als unausgebildete Lehrerinnen ins kalte Wasser geworfen. Für einige war es ein Abrufen lange nicht mehr gebrauchten Wissens. Auch dies war eine spezielle Erfahrung.

Es geht wegen klaren Strukturen
«Das Ganze konnte nur wegen ganz klarer Tagesstrukturen funktionieren, wohnen im Kinderheim doch Kinder und Jugendliche von Kindergartenalter bis Universitätsstudenten», blickt Barbara König zurück. Die Ansprüche der Jugendlichen waren schliesslich besonders vielschichtig.

Highlights für die Kleinen sind unterdessen die Nachmittage geworden. Sport, Backen, Kochen, Haushalten und der Garten zählen zu den Abwechslungen. Die «Grossen» betrieben bis um vier Uhr Home-Learning. Nach dreieinhalb Monaten standen von den Schulen Programme für dieses Home-Learning zur Verfügung. Unterdessen sogar für die Erstklässler. Dies sei eine grosse Hilfe und das Ganze läuft auch gut. Sogar Prüfungen zum Beherrschen des Stoffes sind im Programm eingebaut. Barbara König macht den Lehrern für das «hervorragende Engagement» grosse Komplimente, hat sie doch nicht erwartet, dass Schulen in so kurzer Zeit ein komplettes System online stellen können. Man hofft aber, dass die Schulen beim nächsten Jahresbeginn wieder öffnen können. Grossmehrheitlich wird all das, was in der Corona-Zeit daheim gelernt wird, für den ordentlichen Schulverlauf nicht angerechnet. Begründet wird dies damit, weil in ganz Kenia zu viele Kinder keine digitalen Hilfsmittel für das Home-Schooling zur Verfügung haben. Es wird also für die Kinder im Januar 2021 dort weiter gehen, wo im März 2020 unterbrochen wurde. Dies ist sicher ein frappanter Unterschied zur Schweiz. Für die Kinder im Heim wird aber das Gelernte als Wissensvorsprung ins neue Schuljahr mitgenommen. Die Kinder bleiben mit dieser Lösung ein Jahr länger im Kinderheim und beginnen mit dem Broterwerb auch ein Jahr später. Barbara König hofft, dass die Colleges im September wieder öffnen. Sicher ist aber noch gar nichts.

Auch beim Personal waren Massnahmen nötig
Aus Sicherheitsgründen mussten Angestellte daheim, also ausserhalb des Kinderheims, bleiben. Den täglichen Einkauf macht man nicht mehr selber. Fünf Mal in der Woche bringen eine Marktfrau und ein Gärtner Gemüse ans Gate. So kann man den verlangten Abstand einhalten. Barbara König ist stolz auf die Kinder. Sie machen nun schon fünf Monate unglaublich toll mit. Die Solidarität spielt im «Youth for Hope» ungebrochen.

Ganz besonders dankbar ist der Verein den Leuten gegenüber, die in guten und in schlechten Zeiten zum Kinderheim stehen und ihm in irgendeiner Form die Stange halten. Die Hilfe, die dem Heim zukommt, ermöglicht, dass der Ort wirklich ein Ort der Hoffnung bleibt und weiterleben kann.

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