Reisebericht von Sarina Schöni

Sarina Schöni besuchte im Februar für zwei Wochen das Kinderheim in Ngong. Sie hat im Vorfeld zusammen  mit Freunden im Rahmen der Maturarbeit den Verein „Open Heart“ gegründet und auf diesem Weg 3326.40 Franken gesammelt! Sarina, wir danken dir und dem Verein von Herzen für die grosse Spende und für deinen Einsatz vor Ort!

2 Wochen – noch nie waren für mich in diesem Zeitraum so viele spannende und eindrückliche Erlebnisse verpackt. Die Zeit in Kenia erweiterte meinen Horizont.Ich durfte touristische Seiten Kenias, besonders aber auch das alltägliche Leben kennenlernen. Ich schätzte es sehr, im Kontakt mit Einheimischen zu stehen und Orte besuchen zu dürfen, zu welchen man als Tourist nur schwer Zugang hat.
Ich hatte mir gewünscht, im Kinderheim, direkt bei den Kindern zu wohnen. So durfte ich im Zimmer der älteren Mädchen schlafen. Es war mir wichtig, einen persönlichen Kontakt aufzubauen. Leider blieb im Alltag der Jüngeren aber nicht viel Platz für gemeinsame Aktivitäten. Die Schule begann bereits um 07.00 Uhr und zurück waren die Kinder auch nicht vor 17.00 Uhr. Damit wars aber nicht getan. Nun mussten noch viele Hausaufgaben erledigt werden. Das lecker gekochte Abendessen der Hausmutter war anschliessend immer gerne willkommen. Bald war dann schon Zeit ins Bett zu gehen. Gerne habe ich beim Kochen geholfen und kenianische Rezepte kennengelernt. Die Hausmutter Jemima setzte sich mit mir an den Tisch und erzählte mir genau, wie sie Chapatis macht. Als Gegenleistung versuchte ich mich im Muffins backen. Ohne Waage und unter etwas einfacheren Umständen stellte sich das aber als gar nicht so einfach heraus.

Ich durfte einen halben Tag mit den Kindern in die Schule gehen. Dabei habe ich erlebt, dass der Schulalltag in Kenia wesentlich strenger ist als in der Schweiz. Beispielsweise werden die Hausaufgaben benotet, während dem Unterricht darf nicht zusammen gesprochen werden und die Unterrichtssprache ist Englisch. Die Kinder lieben es, zur Schule zu gehen, und sie erhalten eine gute Ausbildung. Meiner Ansicht nach würden Schweizer Schüler in einer Schule in Kenia ziemlich auf die Welt kommen. Der Stoff besteht auch nicht nur aus 1+1=2….
Die für mich wertvollsten Erlebnisse waren Begegnungen mit Einheimischen. Einen Einblick in ihr Leben zu erhalten und mich mit ihnen auszutauschen. Ein weiteres Highlight war deshalb, als ich mit Kenianern durch den grössten Slum Ostafrikas sowie die grösste Mülldeponie gehen konnte. Wir Europäer können uns ein Leben in solchen Umständen nicht vorstellen. Der Kenianer hat aber auch hier seine Zuversicht und Freude nicht verloren. Die Menschen sind freundlich und nach einem ersten Kennenlernen meist ganz offen. Familie, Ausbildung und Arbeit sind trotz der nicht ganz einfachen Lage beliebte Gesprächsthemen.
Den Kulturschock bekam ich wohl eher nach meiner Rückkehr. Weshalb muss hier alles immer so genau geordnet sein? Warum treiben wir uns mit unserem eigenen Perfektionismus in den Wahnsinn und machen andere wegen Fehlern schlecht?
Eine Reise nach Kenia – das empfehle ich wärmstens weiter! Ich jedenfalls bin überwältigt.

sarina

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