Zeitungsartikel in der NFZ: „Nicht Perfektion, aber Durchhaltewillen“

Liebe Freunde, das Jahr ist noch jung, aber schon haben wir unseren ersten Zeitungs-Beitrag in diesem Jahr unter Dach und Fach! In der Donnerstags-Grossauflage haben wir erneut einen grosszügigen Platz erhalten. Vielen Dank einmal mehr an dich Hans Zemp, für das Verfassen des Artikels und das platzieren bei der NFZ!

Euch wünschen wir wie immer viel Spass beim Lesen:

Vor einem guten Monat orientierte der Zeininger Verein Youth for Hope im Zeininger Blockhaus über viel Neues im Kinderheim in Ngong. Bis auf den letzten Platz war das Haus voll. Die Gäste freuten sich an den zu erfahrenden Neuigkeiten, am Beisammensein und am guten Essen. Präsident Dominik Rüfenacht bezeichnete die Anwesenden als Familie. Viele von ihnen haben in irgendeiner Weise ihren Fuss im Projekt. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass die Life-Schaltung zum Haus in Ngong und zum in Südafrika Medizin studierenden Ian viel Aufmerksamkeit erlebte. Diese Neuigkeiten preisgebende und gemütliche Zusammenkunft soll weiterhin gepflegt werden.

Der Vorstand hat sich zum Ziel gesetzt, das Unterstützerfeld für das Kinderheim zu erweitern, mehr Stiftungen einzubinden und die bestehenden Beziehungen zu pflegen und zu festigen. Eine Institution wie das Kinderheim in Ngong hängt nicht zuletzt auch von gesunden Finanzen ab.

Neu soll der Gemüsegarten zu Gunsten eines Spielfeldes etwas verkleinert werden. Man will dem Bewegungsdrang der Jugendlichen Rechnung tragen. Diese Arbeiten sollen im Februar ihren Anfang nehmen.

Virginiah und Veronicah treten im Januar in eine Boardingschule, in eine Secondary Boarding Highschool ein. Während der drei dafür eingesetzten Jahre wird man die Beiden nur noch in den Ferien daheim antreffen. Die Kinder fühlen sich, wie ein kürzlich gemachter Besuch der NFZ aufzeigte, sehr wohl. Sie sprechen nicht von einem Kinderheim. Für die ist diese Bleibe eine Familie. Auf die Zusammenkünfte in den Ferien freuen sich jeweils alle ganz gehörig.

 

Carol Chege trägt Verantwortung mit

Seit einigen Jahren trifft man die 28-jährige Carol Chege in Ngong mit in der Verantwortung. Die Leiterin Barbara Chindia – Haas hat an ihr eine zuverlässige Stellvertreterin gefunden. Carol ist als Schulmädchen im Kinderheim aufgenommen worden und hat ihre Ausbildungen erfolgreich absolviert. Heute arbeitet sie als Leiterin und Mitverantwortliche für die jungen Leute im Haus. Ihre Domäne sind die Finanzen.

Carol Chege bezeichnet sich als stolze Kenianerin, die in Nairobi geboren wurde. Ihr Leben nahm im Alter von sechs Jahren eine massive Veränderung, als ihre Mutter starb. Zwischenzeitlich wurde sie von ihren Grosseltern aufgenommen. Geld war Mangelware. So wurden regelmässiges Essen, Kleider und Schulsachen oft mehr Traum als Wirklichkeit. Sie habe aber in dieser schweren Zeit gelernt, stark zu werden. Sie lernte zu beten, härter zu arbeiten und auch zu lachen, wenn ihr gar nicht danach zu Mute war.

In dieser harten Situation passierte etwas für sie Entscheidendes. Sie traf Barbare Chindia – Haas. Carol sagt dazu, dass ihr Barbara nicht nur eine neue Bleibe gab, dass sie ihr vielmehr auch einen neuen Lebensweg, eine neue Identität bereitete. Auf diesem neuen Lebensweg erhielt sie nicht nur ein Daheim, sie erhielt ebenso Gelegenheit, eine gute Ausbildung zu machen. In Hotel- und Tourismusmanagement schloss Carol diese Ausbildung erfolgreich ab. Youth for Hope wurde für sie ein sicherer Hafen, wie sie selber sagt. Sie mache oft darüber Witze und sage, dass sie auf dem Arbeitsplatz lebe und dieser ihr Daheim sei. Und «es gibt keinen geschlosseneren Kreis als diesen», ist sie überzeugt.

Bevor Carol beruflich zu Youth for Hope zurückkam, arbeitete sie in einer psychiatrischen Einrichtung als Haushälterin in Karen. «It wasn’t a fancy job», es war also nicht das, was sie suchte, er habe sie aber viel in Sachen Menschlichkeit, Geduld und Verständnis gelehrt. Sie habe gelernt, wie sehr man die Hilfe, auch die nonverbale, von jemandem brauche. Nach dieser Zeit ging für Carol ein Herzenswunsch in Erfüllung. Sie durfte zurück nach Ngong zu Youth for Hope.

Jetzt trage sie viele Hüte, meint sie. Sie strahlt, wenn sie verschiedene Bereiche wie Hausverwalterin, Betreuerin der Kinder, Buchhalterin, grosse Schwester, Freundin und Gelelegenheitstante neben Finanzverantwortliche aufzählt. Alles müsse geplant werden, jedes Kind müsse sich wohl fühlen. So will sie von dem, was sie in jungen Jahren erhielt, etwas zurück geben. Es sei nicht nur Arbeit, es sei auch Sinn und Zweck.

Carol hat nach eigenen Worten nie genug gelernt, nicht nur durch Bücher, sondern viel mehr durch Arbeit, Freude und Misserfolg. Manchmal sei es schon zum Verzweifeln, aber sie sei immer wieder aufgestanden nach dem Motto: Nicht Perfektion, sondern Durchhaltewillen. Sie habe gelernt, dass Lachen, Humor auch im Chaos hilfreich sind. Sie wolle Kinder erziehen, die an sich glauben, sie wolle helfen, dass Mädchen und Burschen lernen ihren Wert zu kennen. Sie wolle aber auch eine Lebenshilfe in allen Lagen sein. Carol will als sehr gläubige Person als das wahrgenommen werden. «Ich habe mit Mühe begonnen, bin durch Hoffnung gewachsen und will in diesem Sinne weiterfahren.»

Ein Blick zurück zum Jahresende

Liebe Freunde, vor ein paar Wochen noch durften wir viele von euch im Blockhaus Zeiningen begrüssen, jetzt steht bereits Weihnachten und das Jahresende vor der Türe! Wir schauen zurück auf ein spannendes und ereignisreiches Jahr, von dem uns Barbara zum einen am Blockhaus-Event einiges erzählt hat, und zum anderen im Weihnachtsbrief noch in nachzulesender Form und nicht weniger persönlich beschrieben hat.

Neben dem Weihnachtsbrief, den ihr hier aufrufen könnt, möchten wir natürlich auch einige Bilder vom Event mit euch teilen. Wir haben uns wahnsinnig über das volle Haus gefreut!

Zuletzt wünschen wir euch nun natürlich ruhige und frohe Festtage und einen hoffentlich schönen und guten Start ins neue Jahr! Es wird erneut ein Jahr mit vielen Plänen, spannenden Ideen und Gelegenheiten, euch an dieser Stelle wieder Neues zu berichten. Herzlichsten Dank für euren grossartigen Support – ohne euch wäre all das nicht möglich!

Blockhaus-Event – Wir freuen uns auf euch!

Liebe Freunde, nächsten Sonntag ist es wieder soweit: Wir freuen uns sehr, euch nach zwei Jahren wieder im Blockhaus begrüssen und bewirten zu dürfen!

Für Speis und Trank wird selbstverständlich gesorgt, und Barbara wird sich darum kümmern, dass niemand nach Hause geht ohne vorher das Neueste aus den letzten zwei Jahren gehört zu haben.

Wie immer bringen wir viel Bildmaterial mit und sorgen einer Spielecke und einer Mohrenkopf-Wurfmaschine dafür, dass auch die Kinder nicht zu kurz kommen werden!

Ab 12:00 Uhr geht’s los – bis bald!

„Sie sieht das Leben von der positiven Seite“ – Ein NFZ-Zeitungsbericht mit Diana im Zentrum

Fast eine ganze Zeitungs-Seite wurde uns, bzw. Diana, am 9. Oktober gewidmet! Im neuen Artikel beschreibt Hans Zemp vor allem die Kindheit, aber auch die Zukunftspläne von Diana. Wir freuen uns sehr über den schönen Bericht und möchten ihn euch natürlich nicht vorenthalten:

Diana Daina ist wissbegierig und liebt Neues

Die junge Kenianerin Diana Daina hatte schon früh Kontakt zu Barbara Chindia-Haas. Auf Schritt und tritt folgte das damalige Kleinkind der weissen Volontärin und eroberte so deren Herz. Heute gehört sie ganz zur Familie.

Hans Zemp

Zeiningen. Zuneigung ist früh da, wenn sie entstehen will. Die Zeiningerin Barbara Chindia – Haas arbeitete 2007 in ihrer Ferienzeit als Volontärin in einem Kinderheim in Kawangwre bei Nairobi. Hier traf sie auf die damals kaum einjährige Diana. Das am 3. September 2006 geborene Mädchen, Schwester von drei älteren Brüdern, war dort, weil seine Mutter gestorben war. Die kleine Maus konnte noch nicht sprechen aber bereits gehen. Vom ersten Moment an folgte Diana Barbara Chindia – Haas auf Schritt und Tritt überall hin, als wäre sie ihr Schatten. Am ersten Tag in diesem Kinderheim wurde bereits klar, dass das kleine Mädchen dort wieder weg musste. Es befand sich aufgrund der gegebenen, schwierigen Umstände im Schutzprogramm des Jugendamtes und der Polizei.

Aus Sicherheitsgründen wollte man das Mädchen wieder aus dem Heim wegnehmen. Barbara nahm Diana darum für das bevorstehende und in der Folge für viele weitere Wochenenden bei sich auf. Nach ein paar Wochen sollte Diana dann in ein anderes Kinderheim. Die Zustände dort waren miserabel. Dies führte dazu, dass sie Barbara zusammen mit ihrer kenianischen Freundin bei sich aufnehmen konnten. So wurde der Kontakt zwischen Barbara und Diana so eng, dass das Kind Barbara als Mama ansprach und auf diese Weise das Herz der Pflegemutter komplett eroberte. Nach vielen gerichtlichen Verfahren fielen die Entscheide, dass Diana bei Barbara bleiben durfte. Mit der definitiven Aufnahme als Pflegekind entstand eine schöne Familiensituation

Als Diana etwa fünf Jahre alt war, kollabierte das Kinderheim in Kawangwre und alle Kinder standen wieder auf der Strasse. Sie hatten aber das Glück, dass sie vom damals frisch gegründeten Zeininger Verein Youth for Hope in Ngong aufgenommen werden konnten.

Schulen sind für Kinder wichtig

Im Alter von drei bis fünf Jahren besuchte Diana den Kindergarten in der St. Christopher School in der Stadt Nairobi. Weil sie in den sechs Jahren ihrer Primarschulzeit Erfolg hatte, viel Fun normal und die Lehrkräfte gut waren, fühlte sich das Mädchen dort wohl. Nach sechs Jahren wechselte es für drei Jahre an die Junior Secondary School. Zwei Jahre Besuch der High School rundeten ihren Bildungsweg mit der Matura im Juni 2025 ab.

Momentan geniesst Diana auf Einladung einen dreimonatigen Besuch in Zeiningen. Hier lernt sie Deutsch, besucht Freunde und Verwandte von Barbara und verschiedene Ort in der Schweiz. So gehören etwa Luzern, Basel, Bern und Zürich genauso zu den Anlaufstellen wie das Fricktal und der nahe Schwarzwald. Sie lernt nun, dass Kenia von der Schweiz doch sehr verschieden ist. «Das Land hier ist wunderschön und die Leute grüssen sich im Gegensatz zu Kenia.» Eindruck macht der jungen Dame auch das Tierleben, wohlwissend, dass ihr Heimatland in dieser Beziehung sehr viel zu bieten hat.

Diana steuert neue Ziele an

Wenn der Schweizurlaub sein Ende hat, will sie an der Universität das Studium Event Planning aufnehmen. Dieses dauert zwei Jahre. Sie freut sich darauf. «I can’t wait», meint sie dazu. Die Gründe dafür sind die, dass sie das Planen und alles, was damit zusammenhängt, liebt. So kommen Medizinstudium, Flugwesen und dergleichen nicht in Frage. Es muss etwas anderes sein. «It must be something fun for me.”

Für Diana ist es wichtig, die Ausbildung in Kenia zu machen. Was den Bereich Anschluss-Studien angeht, ist noch nicht festgelegt. Bis Diana aber mit dem Studium beginnen kann, wird sie im  Youth for Hope als Volontärin ihren Einsatz leisten. Sie fühlt sich dort wohl, kennt die Kinder und die Tagesabläufe.

Die junge Frau sieht das Leben von der positiven Seite. Sie ist wie viele Kinder vor ihr im Youth for Hope aufgewachsen und weiss die Vorteile in diesem best geführten Haus zu schätzen. Diana weiss, was zu tun ist, und sie kennt Abwechslung und Leben. Der wertvolle Stellenwert des Kinderheims ist ihr von Grund auf bekannt. Sie schätzt ihn hoch ein.

Ian, der vor einem Semester in Südafrika das Medizinstudium begann, beendete das erste Semester als Klassenbester, weiss sie zu berichten.

Zeiniger Märt 2025

Am Zeiniger Märt gehört der Stand von Youth for Hope und dem dazugehörigen Kinderschminken (leider nicht bildlich festgehalten…!) schon zum festen „Inventar“ und erfreut sowohl Gross und insbesondere Klein. 😀

Dieses Jahr durften sich Diana und Eliane an den Schminktischen noch auf die tatkräftige Unterstützung von Sarah, unserer treuen Volontärin vom letzten Herbst/Winter, erfreuen. Sarah bildete mit Diana Daina zusammen ein tolles Team! Wir am Marktstand wurden zusätzlich unterstützt von Yael, die uns im August als Volontärin vor Ort begleitet hat. So hatten wir eine tolle Zeit ohne Personalmangel und durften uns am Ende des Tages über einen schönen Erlös freuen! Ein ganz herzliches Danke an Sarah, Yael und Diana, aber natürlich auch an Diana und Eliane – die beiden können sich bald überlegen, sich mit dem Kinderschminken selbstständig zu machen. 😉